Die neue MDK Prü­fung 2020 stellt nicht nur Unbe­kann­tes für Pfle­ge­ein­rich­tun­gen bereit, doch vie­les wird sich mit ihr ändern. So müs­sen voll­sta­tio­nä­re Pfle­ge­hei­me seit Okto­ber 2019 halb­jähr­lich inter­ne Qua­li­täts­in­di­ka­to­ren zur Ver­sor­gung der Bewoh­ne­rIn­nen erhe­ben und an die Daten­aus­wer­tungs­stel­le (DAS) über­mit­teln. Außer­dem nimmt der Stel­len­wert der Doku­men­ta­ti­on als eine von meh­re­ren, frei wähl­ba­ren Infor­ma­ti­ons­quel­len für die Bewer­tung der Prü­fer ab. Im Gegen­zug gewinnt das Fach­ge­spräch mit dem MDK an Bedeu­tung, ganz dem Prin­zip fol­gend: Fach­lich­keit statt enges Prüfkorsett.

Ein hoher fach­li­cher Anspruch an Pfle­ge­hei­me soll letzt­lich die Ver­sor­gungs­qua­li­tät der Bewohner*innen indi­vi­du­el­ler und umfäng­li­cher abbil­den. Damit wird das Per­so­nal der Pfle­ge­ein­rich­tung zwar vor neue Her­aus­for­de­run­gen gestellt, doch es erge­ben sich auch Chan­cen. Immer­hin kön­nen sich Pfle­ge­fach­kräf­te im Gespräch mit dem MDK als Exper­te posi­tio­nie­ren und ihre eige­ne Sicht­wei­se auf den jewei­li­gen Fall und die geleis­te­ten Pfle­ge­maß­nah­men über­zeu­gend dar­le­gen. Hier­bei kann eine selbst­be­wuss­te und posi­ti­ve Gesprächs­füh­rung unterstützen.

 

 

Seit dem 01. Novem­ber 2019 ist die geän­der­te Qua­li­täts­prü­fungs­richt­li­nie (QPR) für voll­sta­tio­nä­re Pfle­ge­ein­rich­tun­gen mit den zu über­prü­fen­den Qua­li­täts­be­rei­chen und Qua­li­täts­aspek­ten in Kraft getre­ten. Mit ihr wird ein neu­es Qua­li­täts­sys­tem eta­bliert, das das inter­ne Qua­li­täts­ma­nage­ment mit exter­ner MDK-Prü­fung ver­knüpft. Zwei­mal im Jahr rei­chen Pfle­ge­hei­me künf­tig ihre an 15 Indi­ka­to­ren erfass­ten Daten ein. Die­se wer­den vom DAS anschlie­ßend auf ihre Plau­si­bi­li­tät hin geprüft und bun­des­weit mit ande­ren Indi­ka­tor­en­er­geb­nis­sen ins Ver­hält­nis gesetzt. Damit sind Pfle­ge­ein­rich­tun­gen im Rah­men der neu­en MDK Prü­fung 2020 ein Stück weit selbst­ver­ant­wort­li­cher für die Qua­li­täts­si­che­rung und ‑dar­stel­lung.

Die Prüf­in­hal­te der exter­ne Qua­li­täts­prü­fung sei­tens MDK bzw. PKV-Prüf­dienst umfas­sen ins­ge­samt sechs Qua­li­täts­be­rei­che, denen wie­der­um meh­re­re Qua­li­täts­aspek­te zuge­ord­net sind. Jedem Qua­li­täts­aspekt wird eine Aus­sa­ge, ein Qua­li­täts­ziel, zuge­ord­net, das mit Leit­fra­gen vom Prü­fer erschlos­sen wird. Deut­lich gewon­nen haben hier­bei bewoh­ner­be­zo­ge­ne Aspek­te gegen­über Struk­tur­kri­te­ri­en der Pflegeheime.
Vier der sechs Qua­li­täts­be­rei­che beschäf­ti­gen sich ent­spre­chend mit den ein­zel­nen Lebens­be­rei­chen der Bewoh­ner und gehen weit über die Betrach­tung kör­per- und krank­heits­be­zo­ge­ner The­men hinaus.

Deut­lich mehr Rück­sicht auf unter­schied­li­che Fall­kon­stel­la­tio­nen gewin­nen Pfle­ge­ein­rich­tun­gen übri­gens durch die neue Bewer­tungs­sys­te­ma­tik, die sich von der bis­he­ri­gen dicho­to­men „Ja“ vs. „Nein“-Beurteilung des Prüf­kri­te­ri­um ver­ab­schie­det. Statt­des­sen gilt für die ers­ten vier Qua­li­täts­be­rei­che die Bewer­tung: Kei­ne Auf­fäl­lig­kei­ten (A), Auf­fäl­lig­kei­ten, die kei­ne Risi­ken oder nega­ti­ven Fol­gen für den pfle­ge­be­dürf­ti­gen Men­schen erwar­ten las­sen (B), Defi­zit mit Risi­ko nega­ti­ver Fol­gen ©, Defi­zit mit ein­ge­tre­te­nen nega­ti­ven Fol­gen (D).

  • Unter­stüt­zung bei der Mobi­li­tät & Selbstversorgung
  • Unter­stüt­zung bei der Bewäl­ti­gung von krank­heits- & the­ra­pie­be­din­gen Anfor­de­run­gen & Belastungen
  • Unter­stüt­zung bei der Gestal­tung des All­tags­le­bens & der sozia­len Kontakte
  • Unter­stüt­zung in beson­de­ren Bedarfs- und Versorgungssituationen
  • Bedarfs­über­grei­fen­de fach­li­che Anforderungen
  • Ein­rich­tungs­in­ter­ne Orga­ni­sa­ti­on & Qualitätsmanagement

Das Fach­ge­spräch mit dem MDK bil­det eine von meh­re­ren Grund­la­gen für die Bewer­tung der Ver­sor­gungs­qua­li­tät bzw. Über­prü­fung der Plau­si­bi­li­tät der Indi­ka­tor­en­er­geb­nis­se. Die Prü­fer kön­nen selbst ent­schei­den, wel­che Infor­ma­ti­ons­quel­len sie in wel­cher Rei­hen­fol­ge her­an­zie­hen. Das kön­nen neben dem Fach­ge­spräch z. B. auch Gesprä­che mit den Bewoh­nern, deren Inau­gen­sch­ein­nah­me und per­sön­li­che Akte inklu­si­ve Pfle­ge­do­ku­men­ta­ti­on oder zufäl­li­ge Beob­ach­tun­gen sein. Ins­be­son­de­re dem Fach­ge­spräch und der Inau­gen­sch­ein­nah­me wird eine hohe Bedeu­tung beigemessen.
Nach wie vor ist die Pfle­ge­do­ku­men­ta­ti­on zwar ein wich­ti­ges Steue­rungs­in­stru­ment der Pfle­ge, doch mit dem Fach­ge­spräch haben Pfle­ge­kräf­te die Mög­lich­keit, fest­ge­stell­te Auf­fäl­lig­kei­ten und Qua­li­täts­de­fi­zi­te nach­voll­zieh­bar zu begrün­den und dem Prü­fer die Sach­la­ge sowie pfle­ge­fach­li­che Ent­schei­dun­gen auf Augen­hö­he dar­zu­le­gen. Mit die­sem Vor­ge­hen kann fall­in­di­vi­du­ell betrach­tet und ein Argu­men­ta­ti­ons­recht gegen­über dem MDK gewon­nen werden.

Hin­wei­se auf Fra­gen, die bei der neu­en MDK Prü­fung 2020 eine Rol­le spie­len, bie­tet der Prüf­bo­gen A und B im Anhang der QPR zur Beur­tei­lung der per­so­nen­be­zo­ge­nen Ver­sor­gung sowie der Beur­tei­lung auf Ein­rich­tungs­ebe­ne. Mit den dort genann­ten Leit­fra­gen wird Auf­schluss über rele­van­te Sach­ver­hal­te des Qua­li­täts­aspekts gewon­nen. Beson­ders Pfle­ge­fach­kräf­te, Pfle­ge­dienst­lei­tun­gen, Wohn­be­reichs­lei­tun­gen oder Qua­li­täts­ma­nage­ment­be­auf­trag­te, die am Fach­ge­spräch mit dem MDK teil­neh­men, emp­fiehlt es sich, sich mit den Inhal­ten der QPR näher aus­ein­an­der­zu­set­zen. Dar­über hin­aus kann in simu­lier­ten Fach­ge­sprä­chen ein sou­ve­rä­ner Umgang mit den Fra­gen des Prü­fers trai­niert werden.

Das Fach­ge­spräch mit dem MDK bil­det eine von meh­re­ren Grund­la­gen für die Bewer­tung der Ver­sor­gungs­qua­li­tät bzw. Über­prü­fung der Plau­si­bi­li­tät der Indi­ka­tor­en­er­geb­nis­se. Die Prü­fer kön­nen selbst ent­schei­den, wel­che Infor­ma­ti­ons­quel­len sie in wel­cher Rei­hen­fol­ge her­an­zie­hen. Das kön­nen neben dem Fach­ge­spräch z. B. auch Gesprä­che mit den Bewoh­nern, deren Inau­gen­sch­ein­nah­me und per­sön­li­che Akte inklu­si­ve Pfle­ge­do­ku­men­ta­ti­on oder zufäl­li­ge Beob­ach­tun­gen sein. Ins­be­son­de­re dem Fach­ge­spräch und der Inau­gen­sch­ein­nah­me wird eine hohe Bedeu­tung beigemessen.
Nach wie vor ist die Pfle­ge­do­ku­men­ta­ti­on zwar ein wich­ti­ges Steue­rungs­in­stru­ment der Pfle­ge, doch mit dem Fach­ge­spräch haben Pfle­ge­kräf­te die Mög­lich­keit, fest­ge­stell­te Auf­fäl­lig­kei­ten und Qua­li­täts­de­fi­zi­te nach­voll­zieh­bar zu begrün­den und dem Prü­fer die Sach­la­ge sowie pfle­ge­fach­li­che Ent­schei­dun­gen auf Augen­hö­he dar­zu­le­gen. Mit die­sem Vor­ge­hen kann fall­in­di­vi­du­ell betrach­tet und ein Argu­men­ta­ti­ons­recht gegen­über dem MDK gewon­nen werden.

Beson­ders dann, wenn eine offe­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on, posi­ti­ve Gesprächs­füh­rung, kom­pe­ten­te Argu­men­ta­ti­on und selbst­be­wuss­te Hal­tung gegen­über dem MDK ein­ge­nom­men wer­den, kön­nen Pfle­ge­ein­rich­tun­gen die Vor­tei­le des Fach­ge­sprächs für sich gewin­nen. Schließ­lich soll deut­lich wer­den, dass Sie als Exper­te bewusst Ent­schei­dun­gen zum Woh­le der bewoh­ner­be­zo­ge­nen Ver­sor­gungs­qua­li­tät getrof­fen haben und die­se ange­mes­sen ver­tre­ten können.

Das bedeu­tet natür­lich auch, sich im ers­ten Schritt die Fra­ge zu stel­len, wer für das Gespräch vom eige­nen Per­so­nal in Fra­ge kommt. Das kön­nen Pfle­ge­kräf­te, Wohn­be­reichs­lei­tun­gen, die Pfle­ge­dienst­lei­tung oder Qua­li­täts­ma­nage­ment­be­auf­trag­te sein. Im zwei­ten Schritt kön­nen Sie das Gespräch vor­be­rei­ten, indem Sie sich z. B. noch­mals Ziel & Anlass bewusst machen, sich über die Qua­li­täts­prü­fungs­richt­li­ni­en infor­mie­ren und den Doku­men­ta­ti­ons­stand ver­in­ner­li­chen. Aber auch an Punk­ten der Gesprächs­füh­rung, Argu­men­ta­ti­ons­tech­nik und köper­sprach­li­chen Wir­kung kann gefeilt werden.

Mit einer Vor­be­rei­tung auf das Fach­ge­spräch erlan­gen Sie mehr Sicher­heit dar­in, als kom­pe­ten­te Fach­kraft wahr­ge­nom­men zu wer­den, kon­struk­tiv auf Kri­tik zu reagie­ren und durch­ge­führ­te Maß­nah­men nach­voll­zieh­bar für den MDK-Prü­fer dar­zu­le­gen. Sie behal­ten außer­dem aktiv die Füh­rung im Gespräch und schaf­fen ein posi­ti­ves, wert­schät­zen­des Kli­ma auf Augen­hö­he. In die­sen Punk­ten unter­stützt unse­re Agen­tur Pfle­ge­ein­rich­tun­gen und deren Per­so­nal im Rah­men des Semi­nars „Sou­ve­rä­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem MDK“. Sie ler­nen in Input‑, Reflexions‑, Trai­nings- und Feed­back­ein­hei­ten einen sou­ve­rä­nen Umgang mit den Anfor­de­run­gen an Ihre eige­ne Expertenrolle.

Dabei haben wir in der Ver­gan­gen­heit posi­ti­ve Erfah­run­gen damit gemacht, mit Qua­li­täts­ma­nage­ment­be­auf­trag­ten der Trä­ger zusam­men­zu­ar­bei­ten und somit eine Balan­ce zwi­schen Auf­klä­rung zur neu­en MDK Prü­fung 2020 und Stär­kung der Gesprächs- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kom­pe­ten­zen zu schaf­fen. Am Ende des Semi­nars erhal­ten die Semi­nar­teil­neh­men­de kon­kre­te Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für den Trans­fer in die Praxis.

Wir bie­ten die­ses Semi­nar und ande­re aus dem Bereich Pfle­ge auch virtuell/online an.

    Erfor­der­li­che Angaben *


    * Zur bes­se­ren Les­bar­keit wer­den auf die­ser Sei­te per­so­nen­be­zo­ge­ne Bezeich­nun­gen, die sich zugleich auf Frau­en und Män­ner bezie­hen, gene­rell nur in der im Deut­schen übli­chen männ­li­chen Form ange­führt, also z.B. „Bewoh­ner“ statt „Bewoh­ne­rIn­nen“. Dies soll kei­nes­falls eine Geschlech­ter­dis­kri­mi­nie­rung oder eine Ver­let­zung des Gleich­heits­grund­sat­zes zum Aus­druck bringen.

    Bianca Geurden

    Bianca Geurden

    M.A. Professionelle Kommunikation

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