Auf der Suche nach Freund­lich­keit ist Clau­dia die­ses Mal einem Urköl­ner begeg­net, der durch sei­ne herz­li­che Art und sei­nen typisch-köl­schen Dia­lekt aus einem stres­si­gen und arbeits­rei­chen Tag einen Tag gemacht hat, an den man ger­ne mit einem Schmun­zeln zurück­denkt. In die­ser Aus­ga­be erzählt sie uns, wie Spon­ta­ni­tät und das Able­sen von Zäh­ler­stän­den zu einem Para­de­bei­spiel für ein freund­li­ches Mit­ein­an­der im All­tag wer­den können.

Ein typi­scher Diens­tag bedeu­tet für mich in die Agen­tur nach Köln zu fah­ren, um dort all die Din­ge abzu­ar­bei­ten, die ich aus dem Home Office her­aus nicht erle­di­gen kann. Da dies der ein­zi­ge Tag der Woche ist, an dem ich vor Ort bin, habe ich dem­zu­fol­ge einen durch­ge­tak­te­ten Arbeits­tag, der in der Regel kei­ne Zeit für unge­plan­te Ereig­nis­se lässt.

#4freundlichkeit, Claudia, Papierstapel

Am ver­gan­ge­nen Diens­tag war es so, dass ich ohne­hin schon mehr auf dem Schreib­tisch lie­gen hat­te, als ich an einem Tag hät­te schaf­fen kön­nen. Dem­entspre­chend war ich wenig begeis­tert, als ich einen Zet­tel von der Rhein­Ener­gie fand, auf dem stand, dass man uns zum Able­sen der Zäh­ler­stän­de nicht ange­trof­fen hät­te und wir uns schnellst­mög­lich mel­den sol­len, um einen neu­en Ter­min zu vereinbaren.

Dar­auf­hin rief ich mei­ne Kol­le­gin an, um mit ihr nach einem geeig­ne­ten Ter­min zu suchen, an dem sie für das Able­sen vor Ort in der Agen­tur sein kann, da ich dafür an einem Diens­tag auf kei­nen Fall auch noch Zeit hät­te. An die­ser Stel­le ist es wich­tig zu wis­sen, dass man die Zäh­ler­stän­de nicht ein­fach mal so schnell able­sen kann, son­dern erst ziem­lich zeit­auf­wen­dig frei­räu­men muss. Kur­zer­hand rief ich dort an und es mel­de­te sich ein sehr fröh­lich-klin­gen­der Mann mit einem urköl­schen Dia­lekt – dies hob sofort mei­ne Lau­ne. Ich frag­te also nach einem Zeit­fens­ter für einen Ter­min, wor­auf­hin er ant­wor­tet: „Dafür muss ich erst­mal wis­sen, wo Sie über­haupt sit­zen.“ Ich nann­te die Gleue­ler Stra­ße 371c und er ant­wor­te­te: „Ach Mensch, da bin ich ja ganz in der Nähe!“ –  und damit war das Dilem­ma perfekt.

Zum einen hat­te ich kei­ne Zeit, um die Zäh­ler­stän­de frei­zu­räu­men, zum ande­ren hat­te der freund­li­che Mit­ar­bei­ter der Rhein­Ener­gie natür­lich auch noch wei­te­re Ter­mi­ne und wir könn­ten das jetzt eigent­lich so auf kur­zem Wege erle­di­gen. Mei­ne Reak­ti­on war also, den Kopf kurz auf­stüt­zend zu sagen: „Hm, na gut, dann kom­men Sie halt jetzt vor­bei. Aber geben Sie mir bit­te noch eine hal­be Stun­de, sodass ich noch alles frei­räu­men kann. Die Ecke ist näm­lich sehr schwer zugäng­lich.“ Er lach­te und sag­te: „Ach, machen Sie sich mal um mich kei­ne Sor­gen, ich bin bis jetzt über­all ran­ge­kom­men.“

#4Freundlichkeit, Claudia, Stromzähler

Kaum 30 Minu­ten spä­ter stand er in der Agen­tur, wir haben nett geplau­dert und ich zeig­te ihm die Uhren zum Able­sen. Es ließ nicht lan­ge auf sich war­ten bis die all­seits belieb­te Fra­ge auf­kam: „Sagen Sie mal, was macht eigent­lich die Agen­tur für Freund­lich­keit?“ Zuerst sag­te ich mit einem Augen­zwin­kern: „Naja wir sind halt freund­lich“, dann erklär­te ich ihm aber, dass Freund­lich­keit nicht nur ein Lächeln, son­dern vor allem den gemein­sa­men Umgang mit­ein­an­der im All­tag aus­macht. „Das bes­te Bei­spiel dafür, ist unse­re spon­ta­ne Ter­min­fin­dung: Ich habe eigent­lich kei­ne Zeit für die­sen Ter­min, Sie sagen mir aber am Tele­fon ganz freund­lich, dass Sie in der Nähe sei­en und sofort vor­bei­kom­men könn­ten. So ist es für mich zwar eine hal­be Stun­de mehr Auf­wand, die ich in dem Moment für mei­ne eigent­li­che Arbeit nicht habe, für Sie wäre es aber wahr­schein­lich ein noch viel grö­ße­rer Auf­wand gewe­sen an einem ande­ren Tag wie­der den Weg auf sich zuneh­men, wenn Sie jetzt eh schon mal in der Nähe sind. Das ist also auch eine Form von Freund­lich­keit, die wir neben vie­len ande­ren The­men in unse­rer täg­li­chen Arbeit in ver­schie­dens­ten Unter­neh­men eta­blie­ren wol­len – und wenn Sie heu­te Abend Ihr Fei­er­abend­bier­chen trin­ken, dann den­ken Sie mal an mich, denn des­we­gen war ich heu­te eine hal­be Stun­de län­ger hier“. Er erklär­te mir, dass er lie­ber mal einen Ape­rol trin­ke, wor­auf­hin wir bei­de herz­lich lachen mussten.

Eine anfangs stres­si­ge Situa­ti­on konn­te durch Spon­ta­ni­tät, ein net­tes humor­vol­les Gespräch und gegen­sei­ti­ge Rück­sicht­nah­me ent­schärft wer­den und wir hat­ten bei­de noch einen schö­nen rest­li­chen Arbeitstag.

 

Es grüßt Sie herz­lich Ihre Claudia

#Suchen­ach­der­Freund­lich­keit

Clau­di­as letz­tes Erleb­nis kön­nen Sie hier nachlesen.

 

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    Antonia Kühne

    Antonia Kühne

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