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Veranstaltungen und Prozesse digital umsetzen – Ein Interview mit Melanie Klaes

Alternativ zum Textbeitrag finden Sie das Interview hier als Tonspur. 

 

Judith Martens: Herzlich Willkommen zum heutigen Interview zum Thema Digitalität. Melanie, worin siehst du den Mehrwert, Veranstaltungen und Methoden digital umzusetzen statt darauf zu verzichten?

Melanie Klaes: Das will ich an einem Beispiel deutlich machen. Stellen wir uns hierzu ein Team vor, welches sich zu Beginn der Pandemie Corona-bedingt stark in Ihrer Arbeitsweise verändern musste, da es plötzlich mehrheitlich aus dem Homeoffice arbeitet. Durch die veränderte Arbeitsweise entsteht ein schlechterer Informationsfluss und dadurch wiederum Unstimmigkeiten. Während dies im März noch zu verkraften war, hat sich über die letzten 9 Monate jedoch ein richtiger Konflikt zwischen einzelnen Teammitgliedern entwickelt – man möchte sich nicht mehr hinterher rennen und die fehlende Abstimmung wirkt sich auch auf die Projekte aus. Aus kleinen Unstimmigkeiten hat sich über die Zeit ein großer Konflikt entwickelt. Hier liegt für mich der derzeitig wichtigste und entscheidendste Punkt: Wichtige Prozesse und Themen werden angegangen und nicht liegen gelassen. Daher kommt auch unser Leitspruch „Besser online als gar nicht“. Oftmals wird auf Online Treffen verzichtet, weil es „nicht das Gleiche“ ist und wichtige Aspekte der zwischenmenschlichen Wahrnehmung minimiert sind. Insbesondere in der momentanen Situation geht es jedoch darum, Alternativen zu finden, wie man trotzdem in einen Austausch und in Kontakt treten kann. Zwar werden in Zukunft meiner Meinung nach Videokonferenzen keinen vollständigen Ersatz zu persönlichen Treffen darstellen, jedoch zeigt sich schon heute, dass Onlinearbeit unsere Möglichkeiten vielfältig erweitert und es eher darum geht und gehen sollte: Wann ist welches Format passend und was sind die Alternativen.

Judith Martens: Wenn du Veranstaltungen dann digital statt in Präsenz umsetzt, welche Methoden haben sich dabei als erfolgreich erwiesen?

Melanie Klaes: Das ist vor allem abhängig von der Gruppengröße, online genauso wie in Präsenz. Unterschiedliche Teilnehmerzahlen und Zielgruppen benötigen einen unterschiedlichen Methodeneinsatz. Aber grundsätzlich sind unsere Methoden gut ins Digitale übersetzbar. Bei uns geht es immer um die Menschen und das Miteinander steht im Vordergrund. Dies lässt sich auch gut online in den Fokus rücken, indem wir vieles einfach halten. 

Bei uns geht es immer um die Menschen und das Miteinander steht im Vordergrund.

Zum Beispiel ist ein gut moderierter Austausch im Plenum oft sehr ergebnisreich, aber auch Trainingseinheiten mit Feedback sind umsetzbar. Es können online Gruppenräume gebildet werden, in denen dann Themen gemeinschaftlich bearbeitet werden oder mit gegenseitigem Feedback gearbeitet werden kann. Was ebenfalls gut funktioniert, sind Brainstormings über Whiteboards, die von allen Teilnehmer*innen gleichzeitig beschrieben werden können. So kommen oft schnell viele und interessante Ideen zusammen und jeder kann sich beteiligen. Wir nutzen jedoch auch Methoden im Setting der Videokonferenz, die gar nicht so online sind wie Bewegungsmethoden, die zu neuen Ideen und mehr Kreativität führen. Dabei werden z. B. Paare gebildet, die eine Aufgabe bekommen und diese über das Telefon während eines Spaziergangs bearbeiten. Dann schreiben Sie anschließend ihre wichtigsten Ergebnisse auf dem Computer auf und zeigen diese dann wieder über die Bildschirmfreigabe in der Videokonferenz.

Judith Martens: Und wie hat sich der Weg zu diesen erfolgreichen Methoden gestaltet? Also wie leicht oder schwer fiel die konkrete Offline-Online Übersetzung der eben genannten Methoden?

Melanie Klaes: Grundsätzlich kann ich sagen, dass es uns leicht gefallen ist. Schon lange hatten wird den Wunsch, digitaler zu werden und virtuelle Möglichkeiten auszubauen. Die Technik und das entsprechende Equipment, wie Laptops mit Kamera, waren bei uns in der Agentur bereits vorhanden, da wir auf unseren Reisen zu unseren Kunden schon lange mobil arbeiten. Dies kam uns in diesem Jahr zu Gute. Dann haben wir Tools getestet, uns im Umgang mit diesen gefestigt und anschließend losgelegt. So wurde aus einem Seminar ein Onlineseminar und dann galt learning by doing mit anschließendem Erfahrungsaustausch untereinander. Und wie schon einmal erwähnt, steht der Mensch in unserer Arbeit im Vordergrund und nicht die Technik. Die Technik macht uns im Miteinander arbeitsfähig. Das Miteinander mit unseren Kunden und das gegenseitige Verständnis in diesem Jahr waren besonders schön zu erleben.

Judith Martens: Um noch bei der Umsetzbarkeit und deinen Erfahrungen zu bleiben: Was sind neben den Methoden geeignete Inhalte oder Themen für Online-Veranstaltungen?

Melanie Klaes: Grundsätzlich ist alles geeignet. Die Frage ist eher das Wie. Besonders gut funktioniert alles, was klassische Wissensvermittlung ist. Zum Beispiel Kommunikationsstrategien oder „Wie kann eine Onlinemoderation gelungen gestaltet werden?“. Aber auch klassische themenorientierte Workshoparbeit, in der ein Team zusammengebracht und sich gemeinsam Gedanken zu einem Thema gemacht wird, hat gut geklappt. Was überraschend gut funktioniert, sind Online Kennenlernen, 2er Gespräche oder auch Einzelcoachings. Ich hätte es selbst nicht gedacht, habe jedoch den Eindruck, dass sich im Videosetting von Zuhause aus einige Menschen sogar schneller wohlfühlen und öffnen.

Judith Martens: Gibt es vielleicht auch Inhalte, die nicht geeignet sind?

Melanie Klaes: Natürlich gibt es Unterschiede zum realen Beisammensitzen. Emotionen sind im Offline-Setting präsenter. Zum Beispiel im Bereich Konfliktmoderation und -mediation ist es zwar wichtig, diese zeitnah anzugehen, hier würde ich jedoch die offline Variante im direkten Vergleich vorziehen. Auch das Thema Körpersprache ist natürlich bei einer vor Ort Veranstaltung viel praxisnäher vermittelbar und trainierbar, da diese einfach besser wahrnehmbar und dadurch auch konkreter und individueller feedbackbar ist.

Judith Martens: Hast du in diesem Zusammenhang auch nach den Veranstaltungen Rückmeldungen bekommen und wenn ja, wie sahen diese aus?

Melanie Klaes: In der Regel sahen die Rückmeldungen sehr gut aus. In manchen Themen habe ich auch die Rückmeldung erhalten, dass man sich für das Wir-Gefühl und das Beisammensein lieber gemeinsam in einem Raum getroffen hätte. Aber man sei froh, die Veranstaltung dennoch gemacht zu haben. Diese Rückmeldungen sind natürlich verständlich und wichtig und ich sehe hier eine hohe Übereinstimmung im Erleben auf unserer und auf Kundenseite.

Judith Martens: Du hast jetzt schon angemerkt, dass es natürlich auch Themen gibt, wo die Offline Variante bei Möglichkeit die bessere Wahl ist. Oft hört man ja auch, dass Unternehmen oder Personen Angst davor haben, alte Strukturen aufzugeben, zum Beispiel auch in Form der Umstellung von Offline zu Online. Hast du solche Erfahrungen auch gemacht?

Melanie Klaes: Selbstverständlich. Es gibt Firmen, die technisch nicht ausreichend ausgestattet sind und deshalb noch nicht in diese Richtung mitziehen können. Zum Beispiel hat manchmal nicht jeder Mitarbeiter einen Computer. Aber bei vielen ist die technische Ausstattung vorhanden und trotzdem sind Sorgen da. Das ist aber normal und nicht zwingend ein Grund, Dinge nicht online umzusetzen.  Typische Reaktionen sind: „Geht das? Ist das anstrengend?“ Vor allem aber auch die Angst vor der Technik bzw. der eigenen antizipierten Unfähigkeit mit der Technik umzugehen, begegnet mir immer wieder. Aber auch das liegt in der Natur der Sache, dass uns Ungewohntes häufig Sorgen bereitet. Teilnehmer sind oft sehr ungeduldig mit sich selbst, wenn etwas nicht gleich funktioniert. Aber das sind Aspekte, denen wir zumindest mehrheitlich entgegenwirken können und die sich häufig schon nach einem ersten Termin legen. Denn wie sagt man so schön: Übung macht den Meister.

Judith Martens: Wie bereitest du dich auf sowas vor und wie gehst du damit um?

Melanie Klaes: Wichtig ist für mich, dass ich mich darauf einstelle, wie viel Erfahrung die Teilnehmer*innen bereits haben und dementsprechend die Methoden anpasse. Bezüglich der Technik bieten wir zum Beispiel vorab einzelne Technikchecks mit allen Teilnehmer*innen an. Wir haben auch Anleitungen und Tipps für die Nutzung der Plattformen erstellt. Was mich betrifft, kann ich auch von meiner Seite beeinflussen, wie die Teilnehmer*innen mit Problemen etc. umgehen. Ganz wichtig ist, Ruhe in der Moderation zu bewahren, denn das überträgt sich auf die Teilnehmer*innen. Vor allem in „Krisensituationen“, zum Beispiel wenn die Technik hakt oder Teilnehmer*innen aus der Konferenz rausfliegen, ist es wichtig, die Ruhe zu bewahren und den Teilnehmern*innen zu signalisieren, dass Verbindungsprobleme passieren können und alles in Ordnung ist. Manchmal muss man Dinge aber auch einfach mit Humor nehmen. Ein Co-Moderator oder eine Technikassistenz ist zusätzlich immer ganz hilfreich. Dieser/Diese kann dann bei Fragen und technischen Hürden unterstützen.

Judith Martens: Das heißt, die meisten Bedenken sind eigentlich unbegründet und können durch einfache Vorbereitung und durch das richtige Maß an Offenheit für Neues vermieden und beseitigt werden?

Melanie Klaes: Unbegründet sind die Bedenken nicht unbedingt, aber ihnen kann mit Sicherheit entgegengewirkt werden. Also die Bedenken sind vorhanden und es kann zu Hürden kommen. Das möchte ich gar nicht klein reden. Emotionen sind immer berechtigt und ernst zu nehmen. Es ist jedoch für mich kein Ausschlusskriterium, dafür eine gemeinsame Videokonferenz auszuprobieren und oftmals ist es nach dem Nehmen erster Hürden besser geworden oder richtig gut gelaufen. Stellen wir uns z. B. vor, dass es jemand in einer Gruppenarbeit nicht schafft, während der Videokonferenz ein Dokument zu öffnen und anschließend zu teilen. Dann kann sich die Person auch Notizen auf einem Block machen, diese anschließend vortragen und ich als Moderatorin halte dann im Plenum die wichtigsten Punkte hierzu schriftlich fest. Es ist Flexibilität gefragt.

Judith Martens: Dann bedanke ich mich an dieser Stelle für das informative Gespräch und den Eindruck über deine Arbeit bei der Agentur für Freundlichkeit in der aktuellen Zeit! Hiermit verabschieden wir uns und wünschen Ihnen einen schönen Tag!

Falls Sie als Zuhörer noch eine Frage haben, zum Thema Digitalität oder zu unserer Arbeit, dann können Sie gerne auch unsere Trainerinnen und Coaches von der Agentur für Freundlichkeit in einer E-Mail nochmal anschreiben. 

Autorin diese Beitrages

Judith Martens

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    Digitale Weihnachtsfeiern in Unternehmen – Ideen zur Planung, Gestaltung und Umsetzung

    Gute Gründe, warum eine digitale Weihnachtsfeier besser als gar keine ist:

    • Der informelle Austausch untereinander im Unternehmen ist wichtig und förderlich. Auch und gerade in Zeiten wie diesen.
    • Es gibt unzählige Möglichkeiten, digital einen lustigen Nachmittag, Abend oder Tag zu verbringen.
    • Wir brauchen alle ein bisschen Normalität in diesen ungewohnten Zeiten.
    • Die eigene Komfortzone ein wenig zu erweitern, schadet nie.

    Wir stellen Ihnen Ideen für eine digitale Weihnachtsfeier vor und zeigen, wie Sie diese organisieren, gestalten und umsetzen können.

    Die digitale Weihnachtsfeier organisieren

    Die Planung und Organisation sind die Säulen einer jeden gelungenen Veranstaltung. Auch bei der Organisation einer betrieblichen Weihnachtsfeier in digitaler Form ist das A&O das Aufstellen eines Organisationsteams. Damit keiner Außenvor gelassen wird und alle sich austoben können, besteht die Option, mehrere Organisationsteams zu erstellen. Das fördert nicht nur die Motivation, sondern führt auch zur Entlastung einzelner Personen. Aufgaben der einzelnen Teams können das Kreieren von Einladungen, das Beschaffen von Material oder die Erstellung eines Ablaufplans sein. Um trotzdem nicht den Überblick zu verlieren, kann ein „Hauptteam“ festgelegt werden, welches wiederum Aufgaben an die Unterteams verteilt. Um die Organisation effektiver und effizienter zu gestalten, können dabei Online-Tools genutzt werden. Vor allem bei der Terminplanung eignet sich das Umfragetool Doodle.com oder zur Sammlung von Themenideen kommt die Online-Plattform „Padlet“ in Frage. Außerdem wichtig ist die Festlegung einer fixen Agenda für den Zeitraum der Weihnachtsfeier, um einen organisierten Ablauf zu gewährleisten.

    Was bei der Organisation und Planung nicht außer Acht gelassen werden darf und unbedingt berücksichtig werden muss, sind wichtige Rahmenbedingungen.

    • Die Größe der Gruppe ist eine Rahmenbedingung, der besondere Beachtung geschenkt werden sollte. Ist die Gruppe zu groß, besteht schnell die Gefahr, dass die Veranstaltung einen anonymen Charakter bekommt. Konkret bedeutet das, dass Redebeiträge einzelner Personen schnell eingeschränkt sind, da sich oft nicht getraut wird, etwas zu sagen. Das liegt daran, dass jeder Redebeitrag  automatisch vor großem Publikum passiert. Ungezwungene Unterhaltungen sind online ohnehin etwas schwieriger, bei großen Gruppen aber quasi unmöglich. Um das zu vermeiden kann in einem großen Unternehmen jede Abteilung eine eigene Weihnachtsfeier gestalten oder es werden kleinere Teams eingeteilt, natürlich auf freiwilliger Basis. Denkbar ist auch, die Weihnachtsfeier allen zu beginnen und und dann die Teilnehmer in kleine Gruppen aufzuteilen und eventuell durchzuwechseln. Bei der Plattform Zoom können beispielsweise Breakout Rooms für den kleineren informellen Austausch eingerichtet werden und hier können sich die Mitarbeiter dann zuordnen.

    Wenn die Organisationsteams festgelegt und die Rahmenbedingungen geklärt sind, kann die digitale Weihnachtsfeier mit Leben gefüllt werden. Hierbei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. 

    Ideen, um eine digitale Weihnachtsfeier umzusetzen

    Wichteln

    Sich gegenseitig eine Freude machen – auch in digitaler Form – ist möglich. Wahrscheinlich hat jeder schon einmal die Erfahrung des Wichtelns gemacht und es hat Gründe, warum das Wichteln immer wieder ein schöner Programmpunkt bei Weihnachtsfeiern ist. Auch in der Online-Variante wird hierbei zunächst ausgelost, wer wen beschenkt, zum Beispiel mit dem „Wichtel-o-Mat“, einer extra dafür vorgesehen Website. Eine Person muss sich dort registrieren und die E-Mail Adressen aller Wichtel-Teilnehmer eintragen. Jeder bekommt daraufhin eine Mail mit dem Wichtel, den sie beschenken muss und die Geschenkesuche kann starten. Natürlich muss vorher ein Budget festgelegt werden, was in der Regel zwischen 10 und 20 Euro liegt, wobei nach unten und oben keine Grenzen gesetzt sind. Wenn jeder fündig geworden ist, werden die Geschenke per Post an den jeweiligen Wichtelpartner versendet, natürlich früh genug, damit bei der virtuellen Feier auch niemand leer ausgeht. Wenn dann die Videofeier startet, können nach und nach die Geschenke ausgepackt und auch den anderen vorgestellt werden.

    Weinprobe

    Eine Weinprobe eignet sich für Weinliebhaber. Der Ablauf ist ähnlich wie beim Wichteln, denn jeder Teilnehmer der Feier sucht eine Flasche Wein aus, die er dann per Post an eine zuvor zugeloste Person verschickt. Am Tag der Feier wird dann nacheinander der Wein geöffnet und probiert. Es besteht die Möglichkeit, eine Art „Ranking“ zu veranstalten, zum Beispiel bezüglich Geschmacks und dem Design der Flasche. Dafür können für jede Kategorie 1 bis 10 Punkte für den probierten Wein vergeben werden, wobei am Ende die Person, die den besten Wein ausgesucht hat, gewinnt.

    Digitales Cocktail-Tasting

    Beim digitalen Cocktail-Tasting wird jeder Teilnehmer zu seinem eigenen Barkeeper. Spaß und Unterhaltung garantiert. Um das Ganze professionell zu gestalten und der Feier einen Eventcharakter zu verleihen, bieten verschiedene Eventagenturen Ihre Unterstützung an. Dort kann man die digitale Weihnachtsfeier buchen, wobei das  „Material“ für den Abend bereitgestellt wird und die Zutaten und Rezepte für verschiedene Drinks vorab an alle Teilnehmer gesendet werden. Zusätzlich kann auch weiteres Equipment, wie ein Cocktail Set, gebucht werden. Wenn Sie sich für ein Digitales Cocktail-Tasting interessieren, finde Sie weitere Informationen zum konkreten Ablauf und zu den Preisen zum Beispiel unter www.floridian-barevents.de.

    Spiele

    Um Lücken zu füllen oder die Stimmung aufzulockern, eignen sich unterschiedliche Spiele. Bei Zoom können die Teilnehmer in sogenannte Breakout-Rooms eingeteilt und somit eine große Gruppe in kleinere Gruppen aufgeteilt werden. Dort können dann Spiele gespielt werden, wie zum Beispiel Tabu über das Onlinespiel Skribbl.io, bei dem gemalte Dinge erraten werden müssen.

    Spenden statt feiern

    Wenn Sie immer noch nicht von der Idee einer digitalen Weihnachtsfeier überzeugt sind oder wenn Sie die notwendigen Rahmenbedingungen nicht erfüllen, eröffnet sich die Möglichkeit, trotzdem ein Zeichen im Sinne von Weihnachten als Fest der Liebe zu setzen. Wenn das gemeinsame Fest in Ihrem Unternehmen nicht umgesetzt wird, werden Sie auch die ansonsten dafür aufgewendeten Kosten einsparen. Hier besteht dann die Alternative, diese Kosten, oder einen Teil davon, für einen wohltätigen Zweck oder an eine gemeinnützige Organisation zu spenden. Sie können in diesem Zusammenhang auch Ihren Mitarbeitern selbst anbieten, im Namen des Unternehmens einen Spendenbeitrag zu leisten.

    Wir wünschen Ihnen eine schöne Weihnachtszeit und viel Erfolg bei Ihrer individuellen Weihnachtsfeier! Bei Fragen oder Anmerkungen melden Sie sich gerne bei uns.

    Autorin diese Beitrages

    Judith Martens

    *Artikel enthält unbezahlte Werbung

     

    Feedbackkultur in Unternehmen: Ein Interview mit Mareen Ilgner & Nicole Schog

    Alternativ zum Textbeitrag finden Sie das Interview hier als Tonspur.

     

    Bianca Geurden: Herzlich Willkommen zu unserem Interview zum Thema Feedbackkultur in Unternehmen! Mareen, warum ist das Thema Feedbackkultur so bedeutsam und warum lohnt es sich für Unternehmen, eine Feedbackkultur zu entwickeln?

    Mareen Ilgner: Eigentlich müsste man sagen, dass jedes Unternehmen schon eine Feedbackkultur hat, denn ein Austausch findet immer in irgendeiner Form statt: Entweder verbal, d.h. es wird darüber gesprochen, oder auch häufig nonverbal – durch die Art und Weise, wie Dinge geschehen oder wie sie in Meetings körpersprachlich kommentiert werden. Irgendeine Form von Feedbackkultur hat sich meistens schon etabliert und sei es das Schweigen. Genau deswegen ist es so wichtig, darauf zu schauen, dass sich diese Feedbackkultur, so wie Du schon sagtest, entwickelt und zwar in eine positive Richtung. Erst dann ist sie für Unternehmen erfolgreich, bewirkt Gutes.

    Bianca Geurden: Woran ist bemerkbar, dass es sich um eine positive, eine gute Feedbackkultur in einem Unternehmen handelt?

    Nicole Schog: Eine gute Feedbackkultur zeichnet sich zum einen dadurch aus, dass sie wirklich gemeinsam aktiv und von allen mitgestaltet wird. Sie passiert nicht nur einfach, sondern wird wirklich erarbeitet: Wofür wollen wir eine Feedbackkultur nutzen? Wie wollen wir eine gemeinsame Basis legen? Zum anderen ist es sehr wichtig, dass es eine Ausgewogenheit zwischen Wertschätzung und Kritik gibt. Das heißt, dass Feedback nicht nur dazu genutzt wird, Kritik zu äußern, aber auch nicht nur Wertschätzung oder Lobhudelei betreibt. Es sollte eine Ausgewogenheit angestrebt werden.

    Bianca Geurden: Du bist Stärkencoach in der Agentur für Freundlichkeit. Das heißt, Du siehst auch einen starken Zusammenhang zwischen einer positiven Feedbackkultur und einer vor allem auch stärkenorientierten Unternehmenskultur?

    Nicole Schog: Ja, definitiv, denn das ist etwas, was wir im Alltag nicht einfach so machen. In einer Kultur, in der sich wertschätzendes Feedback gegeben wird, wird gleichzeitig vermittelt, wie ich die Stärken des Einzelnen wahrnehme und wo ich einen starken Zusammenhang zwischen solchen und dem Erfolg sehe. Führungskräfte geben ihren Mitarbeitern zu erkennen, in welchen Punkten sie gut und stark sind und wie sie hierdurch auf den Erfolg des Teams und des Unternehmens einzahlen. Diesen Zusammenhang stellen wir Menschen von uns selbst aus nicht so transparent her. Das zu sehen und zu hören, bringt Teams voran.

    Mareen Ilgner: Man muss immer dazu sagen, dass Feedback fast immer auch einen Effekt auf die Entwicklung von Menschen hat. Wenn man hört, wie die eigenen Tätigkeiten und die Leistung auf andere wirken, kann man sich wesentlich weiterentwickeln. Erst dann kommt man weiter und kann sich messen. Das gilt sowohl für positives und stärkenorientiertes Feedback als auch für konstruktive Kritik. So bringt man das Unternehmen durch Feedback eigentlich immer voran.

    Bianca Geurden: Der erste Schritt dabei wäre, sich vorzunehmen, offen miteinander ins Gespräch zu treten. Jetzt gibt es aber natürlich auch Situationen, wo sich Ängste davor schon festgefahren haben und es schwerfällt, offen zu kommunizieren. In diesem Zusammenhang fällt auch das Stichwort „Psychologische Sicherheit in Teams“. Nicole, könntest Du den Begriff ein bisschen aufschlüsseln und erklären, was sich dahinter verbirgt?

    Nicole Schog: Das Konzept der Psychologischen Sicherheit ist seit einiger Zeit wieder in aller Munde. Google hat dazu eine Studie veröffentlich, in der der Zusammenhang zwischen Erfolg und Psychologischer Sicherheit untersucht wird. Es geht darum, dass Menschen den Mut haben müssen, kreative Gedanken zu äußern und Dinge zu sagen, die nicht zu Ende gedacht sind. Sie müssen sich auch trauen, etwas kritisch anzusprechen. Um diese Räume in einem Unternehmen zu schaffen, ist eine wirklich aktiv entwickelte Feedbackkultur das A und O. Nur, wenn es selbstverständlich ist, dass wir positive Dinge, kreative Dinge, aber auch Kritisches einfach so äußern, fühlen wir uns wirklich sicher, etwas Unkonventionelles wirklich auszusprechen.

    Bianca Geurden: Und Innovation damit im Team voranzutreiben?

    Nicole Schog: Absolut. Denn sonst bleiben die ganzen kreativen Ideen, die vielleicht auf den ersten Blick ein bisschen unkonventionell wirken, einfach unausgesprochen und bringen Prozesse nicht voran.

    Mareen Ilgner: Es gibt hier auch einen ganz konkreten Zusammenhang mit der Motivation der Mitarbeiter. Übertragen auf private Situationen könnte man sich einen Freundeskreis vorstellen, in dem ich keine Kritik äußern darf.  Wie wohl kann ich mich dort fühlen? Oder habe ich eine tragfähige Beziehung, in der ich meine Befindlichkeiten äußern kann und die Beziehung danach weiterhin besteht? Das kann nicht immer eins zu eins auf die Arbeitswelt übertragen werden, aber Beziehungen sollten auch am Arbeitsplatz tragfähig sein. Menschen sollen sich dort wohl fühlen können und jeden Tag gerne arbeiten.

    Bianca Geurden: Sind es gerade die Situationen, in denen man sich nicht wohl fühlt, wo deutlich wird, dass noch keine positive Feedbackkultur vorhanden ist? In welchen Situationen wird grundsätzlich deutlich, dass man daran arbeiten könnte?

    Mareen Ilgner: Ja, wir merken ganz häufig, dass Unwohlsein ein Anzeichen für eine fehlende Feedbackkultur in Unternehmen ist, vor allem, wenn Konflikte da sind. Es gibt Mitarbeiter, die sich über Monate oder auch Jahre nicht getraut haben, etwas zu anzusprechen. Sie haben sich nicht getraut, sich gegenseitig oder der Führungsebene etwas zu sagen. Grund dafür ist, dass die Atmosphäre und die Unternehmenskultur dies aus ihrer Sicht nicht hergegeben hat. Das schadet aber nicht nur der Performance des Unternehmens, sondern vor allem der psychologischen Befindlichkeit der Mitarbeiter. Ein bisschen feinere Anzeichen dafür, dass eine Feedbackkultur vielleicht nicht ganz so gut ausgeprägt ist, ist, wenn in Form von Geläster und Geflüster unterschwellig viel geredet wird. In einem gewissen Grad ist das natürlich immer normal, aber es kann ein Zeichen dafür sein, dass die Menschen das Gefühl haben, sie können nicht offen miteinander reden.

    Nicole Schog: Was wir häufig erleben, ist, dass Menschen das Bedürfnis haben, sich gegenseitig Feedback zu geben und das dann über eine ironische Art und Weise tun. So versucht man, lustig verpackt, dem anderen etwas mitzugeben, zum Beispiel die Sichtweise, die man auf ihn oder sie hat. In Teilen ist das auch möglich und kann Dinge aufbrechen, aber wenn es in eine sehr zynische Kultur abdriftet, dann kann das verletzen. Unsere Rolle ist es dann, aufzufangen und zu schauen, wo man vielleicht noch Dinge verändern muss.

    Bianca Geurden: Wie sieht eure Unterstützung konkret aus in einem Prozess, wo es das Ziel ist, eine Feedbackkultur zu entwickeln?

    Mareen Ilgner: Ganz wichtig ist es für uns erstmal, eine Analyse zu machen. Je nachdem, mit welchem Anliegen der Kunde kommt, muss zunächst geschaut werden, welche Faktoren eine Rolle spielen. Vielleicht gibt es schon Rahmenbedingungen. Oft ist ein Mitteilungswille auch bereits vorhanden und wir müssen nur den entsprechenden Rahmen schaffen. Beispielsweise könnte der Kunde mit einer Konfliktsituation zu uns kommen. Dann wird durch die Analyse klar: Die Feedbackkultur ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Im Anschluss wird mit dem Team oder sogar mit der ganzen Organisation im Rahmen von Coachings und Workshops daran gearbeitet. Die Anlässe sind jedoch unterschiedlich.

    Oft ist ein Mitteilungswille auch bereits vorhanden und wir müssen nur den entsprechenden Rahmen schaffen.

    Nicole Schog: Was wir zum Beispiel auch häufig erleben, ist, dass die Instrumente zum Feedback geben und nehmen bereits etabliert sind. Es gibt Gesprächsleitfäden oder gesetzte Zeitpunkte, um Feedbackgespräche zu führen. Gleichzeitig gibt es aber die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich nicht in der Lage fühlen, diese Instrumente zu nutzen und denen es schwerfällt, sich ausgewogen, kritisch und wertschätzend auszudrücken. Da setzen wir an, auch wenn es keinen Konfliktanlass gibt. Es geht darum, die Menschen darin zu trainieren und zu schulen, die allseits bekannten Feedbackregeln wirklich umzusetzen und eine Sprache dafür zu entwickeln.

    Bianca Geurden: Vielen Dank für das Gespräch, Mareen und Nicole! An dieser Stelle verabschieden wir uns und wünschen Ihnen einen schönen Tag.

    Falls Sie als Zuhörer noch eine Frage zum Thema Feedbackkultur haben, schreiben Sie gerne unsere Trainerinnen und Coaches von der Agentur für Freundlichkeit in einer E-Mail an oder berichten Sie uns, wie Ihre Situation aktuell auf diesem Gebiet aussieht!

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    Judith Martens

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